Selbstbewusste Männer lassen sich von tiefen Stimmen ihrer Rivalen nicht beeindrucken
Egal ob Bariton oder Bass: Männer, die sich selbst als dominant bezeichnen, lässt die Tonlage ihres Gegenübers kalt
Brummt ein Rivale mit einer tiefen und männlichen Stimme, wirkt sich das offenbar kaum auf die Selbsteinschätzung von Männern aus, die sich selbst als dominant ansehen, so eine US-Studie. Ganz im Gegenteil: Je maskuliner sich ein Mann empfindet, desto weniger dominant findet er die Stimme anderer. Viel entscheidender für die männliche Selbsteinschätzung ist danach vielmehr der Testosteronspiegel, so die Studieverfasser von der Pennsylvania State University.
Piepsstimme gegen Bariton
Bislang galt in der Wissenschaft die These, dass sich Männer von Stimmen, die tiefer sind als ihre eigene, einschüchtern lassen. Dem stimmt die Anthropologin Sarah Wolff nur bedingt zu. Für ihr Experiment wurden Männern Tonbandaufnahmen von tiefen, männlichen Stimmen vorgespielt. Vor- und nachher sollten sie ihre eigene Dominanz einschätzen. Nach der “Stimmprobe” beurteilten sich viele Männer wesentlich verhaltener und gaben auf die Frage nach ihren Sexualpartnern geringere Zahlen an. Unbeeindruckt hingegen zeigten sich nur die Probanden, die sich von vornherein als stark und kampfeslustig bezeichneten.
Testosteron als Ego-Booster
Im zweiten Teil der Untersuchung wurden Kriterien wie Größe, Stärke, körperliche Aggressivität und der Testosteronspiegel der Probanden hinzugezogen. Dabei stellte sich heraus, dass die Selbsteinschätzung der Männer nicht davon abhängt, wie groß, stark oder aggressiv sie sind, sondern über wie viel Testosteron sie verfügen. Je mehr von dem Sexualhormon im Blut, desto größer das Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Männern.
Die Wissenschaftler wollen nun durch weitere Experimente herausfinden, inwiefern sich andere typische Merkmale für Dominanz – Gesichtsbehaarung, Muskeln oder männliche Gesichtszüge – auf die Einschätzung von Männern auswirken.
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